Bei jeder Lackreparatur geht es um mehr als einen schönen Glanz. Entscheidend ist, dass der neue Lack zum restlichen Fahrzeug passt. Wenn der Farbton nicht stimmt, sieht man die Reparatur sofort – selbst bei perfekt ausgeführter Karosseriearbeit.
In diesem Beitrag geht es um:
- Was Farbtonabstimmung und Farbtonangleich bedeuten
- Warum Farbabweichungen entstehen
- Wie der Ablauf in der Lackiererei aussieht
- Welche Rolle Licht und Alterung spielen
- Wie AutoFit Wotschke damit im Alltag umgeht
1. Was ist Farbtonabstimmung?
Farbtonabstimmung bedeutet: Der Lackierer ermittelt den richtigen Farbton für das Fahrzeug und stellt das passende Lackmischrezept her.
Grundlagen sind:
- Farbcode des Herstellers
- Lackart (Uni, Metallic, Perleffekt)
- Mischbasis im Lacksystem
Wichtig: Ein Farbcode allein reicht selten aus. Ein und derselbe Farbcode kann mehrere Varianten haben. Je nach Baujahr, Werk, Produktionscharge und Alterung unterscheidet sich der Farbton leicht.
2. Was ist Farbtonangleich?
Farbtonangleich geht einen Schritt weiter. Hier wird der neu lackierte Bereich optisch an die Umgebung angepasst.
Dazu gehören:
- leichte Korrektur des Mischrezepts (heller, dunkler, mehr oder weniger Buntton)
- Beilackieren angrenzender Teile, damit kein harter Übergang entsteht
- Abstimmung von Glanzgrad und Oberflächenbild
Ziel: Die Reparaturfläche „verschwindet“ im Gesamtbild. Der Betrachter sieht ein einheitliches Fahrzeug und keinen frisch lackierten Einzelteil-Fleck.
3. Warum weicht der Farbton ab?
Viele Kunden wundern sich: „Wieso ist das so kompliziert? Der Farbcode steht doch im Serviceheft.“
Gründe für Abweichungen:
- Alterung
Sonne, Waschchemie und Witterung verändern den Lack. Besonders bei roten, blauen und bunten Tönen fällt das auf. Der Originallack auf dem Auto sieht nach Jahren anders aus als der Lack nach Mischrezept „ab Werk“. - Produktionsschwankungen
Hersteller arbeiten mit Toleranzen. Zwei Autos mit gleichem Farbcode, aber aus unterschiedlichen Werken oder Jahren, sehen im direkten Vergleich anders aus. - Vorherige Reparaturen
Wenn Teile bereits einmal nachlackiert wurden, liegt dort oft schon eine andere Variante des Farbtons. Der Lackierer muss sich an das anpassen, was aktuell auf dem Fahrzeug drauf ist. - Unterschiedliche Untergründe
Kunststoffteile (Stoßfänger) wirken anders als Blech. Der gleiche Lack sieht auf Kunststoff schnell minimal heller oder dunkler aus.
4. Der Ablauf der Farbtonabstimmung in der Praxis
Ein typischer Ablauf in einer Lackiererei wie bei AutoFit Wotschke:
4.1 Fahrzeugaufnahme

Wir sehen uns das Fahrzeug im Ganzen an. Welche Teile sollen lackiert werden? Wie alt ist der Lack? Gibt es schon alte Reparaturen?
4.2 Farbcode ermitteln

Farbcode am Fahrzeug auslesen (Typenschild, Serviceheft, Datenbank) und im Lacksystem aufrufen. So kennen wir die Basisvariante und mögliche Alternativen.
4.3 Farbtonmessung

Ein elektronisches Farbtonmessgerät misst direkt an der Karosserie den tatsächlichen Farbton. Das Gerät erstellt Vorschläge für Mischrezepturen, die zum Zustand des Lacks passen.
4.4 Mischrezept einstellen

Der Lack wird grammgenau nach Rezept gemischt. Je nach Ergebnis der Messung werden kleine Korrekturen vorgenommen (z. B. minimal heller, etwas mehr Buntton, etwas weniger Grauanteil).
4.5 Spritzmuster erstellen

Der Lackierer spritzt ein Probestück (Musterblech oder Musterfolie) mit dem gemischten Farbton, inklusive Klarlack. Dieses Muster wird am Fahrzeug angehalten und in verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
4.6 Feinabstimmung

Passt der Ton noch nicht perfekt, wird das Rezept leicht angepasst und ein neues Muster erstellt. Das ist Handwerk mit Erfahrung. Hier zeigt sich, ob jemand Farbtöne „im Auge“ hat.
5. Farbtonangleich durch Beilackieren
Selbst bei perfekter Mischung kann es sinnvoll sein, angrenzende Bereiche mit einzubeziehen. Das ist der eigentliche Farbtonangleich.
Typische Vorgehensweise:
- Das beschädigte Teil wird instandgesetzt und teilweise oder komplett lackiert.
- Der Lackierer lässt den neuen Farbton im Übergangsbereich verlaufen.
- Über angrenzende Bereiche wird Klarlack gezogen, damit alles ein einheitliches Oberflächenbild erhält.
Beispiel:
Ein vorderer Kotflügel wird erneuert. Damit der Übergang zur Tür nicht auffällt, wird die Tür im Bereich des Spalts mit beilackiert. So fällt es im täglichen Gebrauch kaum auf, welcher Bereich repariert wurde.
6. Die Rolle des Lichts
Farbwirkung hängt stark vom Licht ab. Ein Ton, der in der Halle perfekt passt, sieht in der Sonne auf einmal anders aus.
Darum wird geprüft:
- in der Werkstatthalle
- im Tageslicht vor der Halle
- aus verschiedenen Blickwinkeln (frontal, schräg, nah, entfernt)
Metallic- und Perleffektlacke verändern ihre Wirkung je nach Betrachtungswinkel. Genau hier trennt sich saubere Arbeit von „schnell fertig“. Ohne Lichtkontrolle fällt ein leichter Unterschied später auf dem Parkplatz sofort ins Auge.
7. Typische Fehler bei mangelhafter Farbtonabstimmung
Wenn unsauber gearbeitet wird, sieht man das deutlich:
- Bauteil wirkt minimal heller oder dunkler als die Umgebung
- Farbunterschiede an Kanten und Übergängen
- Unterschiedliches Oberflächenbild (Orangenhaut, Glanzgrad)
- „Fleckiger“ Eindruck bei Metallic- oder Perleffektlacken
Solche Abweichungen stören nicht nur optisch. Sie mindern den Eindruck bei Verkauf, Leasingrückgabe oder Fahrzeugbewertung.
8. Farbtonabstimmung bei AutoFit Wotschke
In Strausberg arbeiten Lackiererei, Karosserie und Werkstatt eng zusammen. Das hat bei der Farbtonabstimmung klare Vorteile:
- Schadensaufnahme und Farbberatung direkt am Fahrzeug
- Kombination aus Farbcode, Farbtonmessgerät und Erfahrung des Lackierers
- Spritzmuster und Kontrolle im Tageslicht
- je nach Fall gezielter Farbtonangleich durch Beilackierung
Ziel ist eine Reparatur, die nicht sofort ins Auge springt, sondern sich harmonisch ins Gesamtfahrzeug einfügt.

