Eine Lackierung sieht am Ende nur so gut aus wie die Vorbereitung darunter. Kleine Unebenheiten, Silikonreste, schlecht geschliffene Übergänge oder Staubeinschlüsse fallen später sofort ins Auge. Genauso wichtig ist der letzte Schritt nach dem Lackieren: Kontrolle, Politur, Reinigung und Übergabe.
Vor- und Nachbehandlung sind deshalb der rote Faden jeder Lackreparatur – von der kleinen Spot-Lackierung bis zur kompletten Fahrzeugseite.
1. Was gehört zur Vorbehandlung?

Vorbehandlung bedeutet: Alle Flächen werden so verarbeitet, dass der Lackaufbau technisch haftet und optisch sauber wirkt. Dazu gehören je nach Schadenbild:
- Reinigung und Entfettung
- Schleifen, Spachteln und Füllern
- Instandsetzung von Kunststoff- oder Blechteilen
- Maskieren und Abkleben
- Kontrolle der Fläche vor dem Lackieren
Ziel ist eine glatte, saubere, gleichmäßige Oberfläche ohne losen Rost, ohne Schmutz, ohne Silikon.
2. Schritt für Schritt: Vorbereitung in der Praxis

Typischer Ablauf in einer Lackiererei wie bei Autofit Wotschke:
- Grobreinigung – bevor irgendetwas geschliffen wird, kommt der Schmutz runter. Staub, Straßendreck, Insektenreste und Wachs werden entfernt. Wenn diese Schichten im Schleifpapier landen, entstehen Kratzer und Riefen.
- Entfetten – Silikon, Politurreste und Öl sind der Feind jeder Lackierung. Mit geeigneten Reinigern werden die betroffenen Bereiche gründlich entfettet. So wird verhindert, dass später sogenannte Krater oder „Fischaugen“ im Lackbild entstehen.
- Schleifen und alte Schichten angleichen – beschädigte Bereiche werden angeschliffen. Alte Lackkanten werden weich ausgezogen, damit keine harten Übergänge sichtbar bleiben. Je nach Schaden kommen mehrere Schleifgänge mit unterschiedlichen Körnungen zum Einsatz.
- Spachteln und Formen – Vertiefungen, Dellen und Kanten werden mit Spachtelmaterial aufgebaut. Danach folgen mehrere Schleifgänge, bis die Kontur wieder zur ursprünglichen Form passt. Gerade hier zeigt sich Erfahrung: Oberfläche, Kanten und Flächenverlauf müssen stimmig sein.
- Füllerauftrag – Füller schließt Poren, Schleifriefen und kleine Unebenheiten. Er bildet die Basis für den späteren Lackaufbau. Nach dem Trocknen wird der Füller erneut geschliffen, bis eine glatte, homogene Fläche entsteht.
- Feinschliff und letzte Kontrolle – vor dem Gang in die Lackierkabine folgt ein Feinschliff. Kanten, Übergänge und Flächen werden nochmal geprüft. Kleine Fehler lassen sich jetzt noch beheben, später im Lack fallen sie sofort auf.
- Abkleben und Maskieren – alles, was nicht lackiert werden soll, wird präzise abgeklebt: Scheiben, Dichtungen, Leisten, Reifen, Zierleisten, Türgriffe. Sauberes Maskieren verhindert Lacknebel an falschen Stellen und sorgt für klare Kanten.
3. Bedeutung der Nachbehandlung
Nachbehandlung beginnt, sobald der Lack in der Kabine aufgetragen ist. Die Oberfläche sieht oft schon gut aus, aber erst jetzt entscheidet sich, ob das Ergebnis wirklich stimmig wird,
Zur Nachbehandlung gehören:
- Trocknung nach Herstellervorgaben
- Entfernen von Abdeckungen und Folien
- Montage von Anbauteilen
- Polieren kleiner Staubeinschlüsse
- Kontrolle von Farbton und Glanz
- Fahrzeugreinigung und Übergabe
4. Schritt für Schritt: Nachbehandlung im Detail

- Trocknung: Je nach Lacksystem kommen Kabinentrocknung oder Lufttrocknung zum Einsatz. Temperatur, Zeit und Luftführung müssen passen. Zu kurze Trocknung führt zu weichen Schichten, zu hohe Temperaturen können Material belasten.
- Demaskieren: Klebebänder, Papier, Folien und Abdeckungen werden entfernt. Das erfolgt vorsichtig, damit keine frischen Lackkanten abreißen. Hier zeigt sich, wie sauber vorher abgeklebt wurde.
- Montage: Stoßleisten, Zierleisten, Spiegel, Scheinwerfer oder Türgriffe werden wieder montiert. Spaltmaße und Sitz der Teile werden kontrolliert. Bei Kunststoff- und Stoßfängerreparaturen kommen Sensoren und Halter wieder an ihren Platz.
- Korrektur kleiner Einschlüsse: Kleine Staubeinschlüsse oder minimale Läufer werden in einem weiteren Schritt ausgeschliffen und poliert. So entsteht eine gleichmäßige Oberfläche mit ruhigem Glanzbild.
- Endkontrolle: Farbton, Verlauf und Übergänge zu angrenzenden Teilen werden geprüft. Das passiert in der Halle und häufig auch im Tageslicht vor der Werkstatt. Metallic- und Perleffektlacke sehen je nach Blickwinkel anders aus, darum zählt der Blick aus mehreren Positionen.
- Reinigung und Übergabe: Zum Abschluss bekommt das Fahrzeug eine Außenreinigung, je nach Umfang auch innen eine Grundreinigung. Bei der Übergabe erklärt der Betrieb die ausgeführten Arbeiten und zeigt auf Wunsch Fotos und reparierte Bereiche.
5. Warum Vor- und Nachbehandlung so wichtig sind
Viele sehen am Ende nur die glänzende Oberfläche. Der entscheidende Teil der Arbeit steckt allerdings im Davor und Danach.
Gute Vor- und Nachbehandlung sorgt für:
- saubere, glatte Oberflächen ohne sichtbare Spachtelkanten
- stabile Haftung des Lackaufbaus
- ruhiges Glanzbild ohne Störungen
- einheitliche Optik im Gesamtfahrzeug
- langfristigen Korrosionsschutz
Wer hier Abkürzungen nimmt, zahlt später doppelt: Abplatzender Lack, Rost, sichtbare Kanten oder matte Stellen sind typische Folgen unsauberer Vorbereitung.
6. Vor- und Nachbehandlung bei AutoFit Wotschke

Im Lackierbetrieb von AutoFit Wotschke greifen Karosserie, Vorbereitung und Lackierung ineinander. Schäden werden zuerst technisch instand gesetzt, danach fachgerecht vorbereitet und lackiert. In der Nachbehandlung sorgen Kontrolle, Politur und Fahrzeugreinigung für ein stimmiges Gesamtbild.
Ob kleine Spot-Reparatur, Unfallschaden oder Komplettlackierung: Ohne saubere Vor- und Nachbehandlung gibt es kein professionelles Ergebnis. Genau deshalb nimmt dieser Teil des Prozesses einen großen Anteil der Arbeitszeit ein – auch wenn man ihn später nicht direkt sieht.

